STEROIDKUNDE 7 – WINSTROL

Trockene Muskelmasse, Fettreduktion und Muskelhärte haben es so beliebt gemacht, das anabole Steroide Winstrol. Hauptsächlich in der Diät angewendet gibt es einen ordentlich Schub in vielen Bereichen, vom Kraftanstieg ganz zu schweigen. Alles Wissenswerte zu Winstrol erfahrt ihr hier:

Das anabole Steroid Stanozolol, am bekanntesten unter dem Namen Winstrol, ist 1962 offiziell von einem Namenhaften Pharmahersteller patentiert worden. Bei Winstrol handelt es sich eigentlich um ein Derivat von Dihydrotestosteron. Winstrol wurde allerdings im Vergleich zu anderen Steroiden auf molekularer Ebene erweitert, so dass ein fünfter Kohlenstoffring entstand ist. Die meisten anderen anabolen Steroide besitzen nur vier dieser Ringe. Zusätzlich hierzu wurde die orale Form von Winstrol 17-alpha-alkyliert, um den Wirkstoff Stanozolol oral besser verfügbar zu machen.

Die Wirkungsweise von Winstrol:

Auch wenn es sich bei Winstrol um ein Dihydrotestosteron Derivat handelt, besitzt Stanozolol nur eine geringe androgene Wirkung, im Schnitt 30% geringer als die anderen bekannten anabolen Steroide. Trotz seiner starken anabolen Wirkung ist Winstrol kein Steroid, das für den Aufbau großer Mengen an Muskelmasse bekannt ist. Allerdings ist Stanozolol dafür bekannt, dass es moderate Mengen Qualitätsmuskulatur aufbaut, die auch nach dem Absetzen zum größten Teil erhalten bleibt.

Das Haupteinsatzgebiet von Winstrol ist die Diät und die Wettkampfvorbereitung. Stanozolol ist dafür bekannt, dass es zu einem extrem harten und trockenen Aussehen beiträgt, was jedoch in der Praxis nur dann der Fall ist, wenn der Körperfettanteil bereits deutlich unterhalb der 10 % Marke liegt.

Als Derivat von Dihydrotestosteron kann Winstrol im Körper nicht in Östrogen umgewandelt werden und besitzt auch keinerlei Progesteronwirkung, so dass man sich der Anwender bei Stanozolol keine Gedanken um östrogenbedingte Nebenwirkungen wie Wassereinlagerungen oder Gynäkomastie machen muss.

Die Dosierung von Winstrol und gängige Stacks:

Während der Wettkampfvorbereitung wird Winstrol gerne mit nicht aromatisierenden androgenen Steroiden wie Halotestin oder Trenbolon kombiniert. Auch die Kombination von Stanozolol mit Testosteron Propionat oder Drostanolon Propionat bewährt sich während dieser Phase hervorragend.

Winstrol ist eines der wenigen Steroide, das aufgrund seiner geringen androgenen Wirkung auch gerne von Frauen eingesetzt wird. Die von Frauen in der Praxis verwendete Dosierung liegt meist im Bereich von 5 bis 10 Milligramm pro Tag. Die orale Darreichungsform von Winstrol wird hierbei meist bevorzugt, da es bei Tabletten mit einem Wirkstoffgehalt von 2 bis 5 mg Stanozolol leichter ist so gering zu dosieren, als bei Injektionslösungen mit einem Wirkstoffgehalt, der meist bei 50 mg Stanozolol pro Milliliter liegt. Männer verwenden orales Winstrol in der Praxis meist im Bereich von 15 bis 30 mg pro Tag, wobei die Dosierung aufgrund der Halbwertszeit von Winstrol, die bei etwa 9 Stunden liegt, in der Regel auf zwei Gaben verteilt wird.

Die Nebenwirkungen von Winstrol:

Die fehlenden östrogenbedingten Nebenwirkungen sollten bei Winstrol jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass der Wirkstoff Stanozolol keineswegs unbedenklich und nebenwirkungsarm ist. Neben der Leberschädlichkeit von Winstrol, die mit allen 17-alpha-alkylierten anabolen androgenen Steroiden in Verbindung gebracht wird, besitzt der Wirkstoff Stanozolol eine verheerende Auswirkung auf die Cholesterinwerte. Bereits 6 mg Winstrol pro Tag können den HDL Cholesterinspiegel, also das gute Cholesterin, um über 30 % reduzieren und im Gegenzug den LDL Cholesterinspiegel, also das schlechte Cholesterin, um etwa 30 % erhöhen. Bei höheren Dosierungen kann der HDL Cholesterinspiegel auf fast nicht mehr messbare Werte abfallen.

Auch wenn die Wirkungen von oral verabreichtem Winstrol und injiziertem Stanozolol sehr ähnlich ausfallen, was nicht weiter verwunderlich ist, da es sich um exakte denselben Wirkstoff inklusive 17-alpha-Alkylierung handelt, besitzt oral verabreichtes Winstrol eine interessante Eigenschaft, die bei der Injektion von Stanozolol nicht oder nur in deutlich geringerem Maß auftritt: oral eingenommenes Winstrol senkt den SHBG Spiegel im Körper. Da SHGB freies Testosteron bindet, welches dann nicht mehr aktiv ist, könnte die orale Einnahme von Winstrol in Verbindung mit injiziertem Testosteron dazu führen, dass mehr Testosteron in freier und damit aktiver Form vorliegt.

Dieser Artikel dient nicht der Beratung oder dem Zuspruch im Bezug auf das genannte Thema, und auch keinesfalls der Anwendungsempfehlung, sondern lediglich der Aufklärung über dieses Themengebiet!

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